Zuzugs-Kriterien

Viele Wohnsitzbestimmungs-Faktoren beeinflussen die Wohnsitzwahl, nämlich:

  • Aufenthalt
    • Bisheriger Aufenthalt (siehe Wegzugskriterien)
    • Geplanter Aufenthalt
    • Möglichkeit zur Verlagerung des Lebensmittelpunkts
  • Absicht dauernden Verbleibens
    • Eigene Verbleibensabsicht
    • Verbleibensabsicht der Familie (Ehepartner und Kinder)
    • Wohlbefinden
  • Alter
  • Sprache
    • Sprachkenntnisse (vor allem für fremdsprachige Zuzüger)
    • Mundartsprachenverständnis
    • Kommunikationsbereitschaft der Bevölkerung (Hilfsbereitschaft bei Verständigungsschwierigkeiten)
  • Mentalität der Bevölkerung am künftigen Aufenthaltsort
    • Eigenheiten der Bevölkerung vor Ort
      • Offenheit (eher in Städten anzutreffen)
      • Verschlossenheit (eher auf dem Lande anzutreffen)
      • Direktheit
      • uam
    • Haltung der Bevölkerung zu Ausländern
      • positive, globale Haltung
      • Verständnis für eine zunehmend multi-kulturell werdende Bevölkerung
      • kritisch bis abweisend
      • Fremdenfeindlichkeit oder gar Fremdenhass
    • eigene Assimilationsabsicht
  • Persönliche, familiäre und gesellschaftliche Verhältnisse
    • Eigene Kinder
    • Kinderlos (double income no kids)
    • Familiäre Verwurzelung
      • Eltern
      • Schwiegereltern
      • Kinderbetreuung durch Mitglieder der näheren Familie (Geschwister usw.)
    • Ev. Betreuungs-Situationen
      • Eltern
      • Schwiegereltern
      • Geschwister
  • Familienort
  • Arbeitsort
    • Schweiz
      • entfernt vom Familienort
      • nahe beim Familienort
      • in einem andern Kanton als dem Kanton des Familienorts
    • Ausland
      • Pauschalbesteuerung
      • Ordentliche Besteuerung (möglicherweise günstiger als Pauschalbesteuerung; Beratungsbedarf)
  • Funktion
  • Besonderer Zweck des Aufenthalts am Arbeitsort
  • Distanz zwischen Familienort und Arbeitsort
    • Möglichkeit zur regelmässigen Heimkehr
      • arbeitsbedingt
      • funktionsbedingt (leitende Stellung)
    • Stellenwechsel
      • Kurz-, mittel- oder langfristig
  • ev. Zusammenleben mit Lebenspartner
    • Konkubinatsverhältnis am Wochenaufenthaltsort wird je länger es dauert, mehr gewichtet als die Bindung zur Familie am Wochenendort
  • Kinder
    • Schule / Mittelschule / Hochschule
    • Ausbildung
  • Wohnverhältnisse
    • Wohneigentum
    • Mietwohnung
    • Mietzins- oder Wohnkosten
      • Bisher günstige Wohnkosten
      • Künftig höhere Wohnkosten (an steuergünstigen Wohnorten ist das Wohnen in der Regel teurer)
  • Lebenshaltungskosten vor Ort
  • Verkehrsanbindung
    • ÖV
    • Flughafen
  • Spitäler / Altersheime / Pflegeheime
  • Freizeitbeschäftigung
    • Hobbies mit Ortsanlagen
    • Sport
    • Theater / Musik / Kunst

Meistens wird sich die Evaluation eines „Niedrigsteuer-Ortes“ vor allem dann aufdrängen, wenn ein Wohnsitzwechsel ohnehin – aus beruflichen und / oder privaten Gründen – ansteht. – Jedenfalls kann bei der Evaluation des neuen Wohnsitzes die Steuerbelastungs-Thematik mitberücksichtigt werden.

Weiterführende Informationen

Literatur Schweiz:

  • AMANN ROBERT, Besteuerung nach dem Aufwand (Pauschalsteuer) bei Zuzug in die Schweiz IWB Nr. 7, 463 ff.
  • BISCHOFF KAI, Wohnsitzverlegung in die Schweiz – Steuerfolgen und Steuerplanung BB 2002, 382 ff.
  • BRON JAN F./ SEIDEL KARSTEN Mögliche Inlandsbesteuerung aufgrund der Abschaffung der Besteuerung nach dem Aufwand (Pauschalbesteuerung) in der Schweiz IStR 2009, 312 ff.
  • DEININGER RAINER, Überblick über die einkommen-, erbschaft- und schenkungssteuerrechtlichen Auswirkungen des Wegzugs einer natürlichen Person von Deutschland in die Schweiz ZErb 2003, 362 ff.
  • GEHRIG THOMAS, Die Schweizer Pauschalbesteuerung im internationalen Kontext PIStB 2008, 159 ff.
  • GELHAAR MATTHIAS, Schematisierte Darstellung des Doppelbesteuerungs-abkommens BRD/Schweiz auf dem Gebiet der Erbschaftssteuer ZErb 2003, 344 ff.
  • HILD DIETER, Umzug deutscher Steuerbürger in die Schweiz ZSteu 2006, 144 ff.
  • HILD DIETER, Wegzug in die Schweiz und Erbschaftbesteuerung in Deutschland DB 1999, 770 ff.
  • JUELICHER MARC, Deutsch-Schweizer Nachfolgeplanung IStR 2004, 37 ff.
  • KOCH MANUEL/HEEB MARKUS, Der Wegzug in die Schweiz: Vorzüge eines Steuerparadieses nutzen PIStB 2000, 84 ff.
  • KUBAILE HEIKO, Der Wegzug in die Schweiz: Chancen und Risiken PIStB 2004, 126 ff.
  • KUBAILE HEIKO/SUTER ROLAND, Die Vor- und Nachteile für deutsche Wegzügler bei der Schweizer Aufwandbesteuerung PIStB 2008, 78 ff.
  • LANG MICHAEL/LUEDICKE JUERGEN/REICH MARKUS, Beteiligungen im Privatvermögen: Die Besteuerung des Wegzugs aus Österreich und Deutschland in die Schweiz IStR 2008, 673 ff. (Teil I.) und 709 ff. (Teil II.)
  • LUEHN TIM, Wegzugsbesteuerung bei nur schrittweise erfolgendem Wegzug in die Schweiz PIStB 2008, 233 ff.
  • NEHLS JAN-PETER, Die Wohnsitzverlegung natürlicher Personen in die Schweiz und ihre einkommensteuerlichen Konsequenzen ZSteu 2005, 186 ff.
  • SCHINDHELM MALTE/HINDERSMANN MAGNUS, Die Besteuerung deutsch-schweizerischer Erbfälle – ein Überblick ZEV 12/2003, 491 ff.
  • Schmidt, Wolfgang/Fölmli, Rolf Steuergestaltung à la Boris Becker: Gründungeiner Zeigniederlassung im Kanton Zug IStR 2003, 721 ff.
  • WEIGELL JOERG, Geltung der Niederlassungsfreiheit auch im Verhältnis zur Schweiz IStR 2006, 190 ff